Peacemaker - Friedensstifter - Projekt 
Peacemaker (PM) auf dem Pausenplatz, erste Erfahrungen
Erinnern Sie sich? Vor gut einem Jahr führten wir unsere Projektwoche zum Thema Frieden durch und bildeten PeacemakerInnen aus, welche auf dem Pausenplatz bei Streitigkeiten eingreifen und zu vermitteln versuchen. Für die PM haben regelmässige Treffen stattgefunden, in welchen sie professionell von Werner Baumann (NCBI) beraten und geschult wurden. Die beiden PM-Betreuerinnen der Schule, Doris Wehrli und Marianne Meier, sind bei diesen Treffen jedes Mal mit dabei gewesen und haben Werner Baumann in seiner Aufgabe unterstützt. Sie sind für die PM vor allem auch während des Schuljahres Ansprechpartnerinnen. Die PM haben ein Mal pro Woche Gelegenheit, sich auch unangemeldet Rat und Unterstützung bei den PM-Betreuerinnen holen zu können. Bis jetzt wurde diese Sprechstunde jedoch noch nicht allzu viel benützt! Ein gutes Zeichen!? Die PM haben bei den 1.- bis 4.- KlässlerInnen eine gute Akzeptanz. Bei einigen der 5.- und 6.-KlässlerInnen stossen sie manchmal an Grenzen. Die PM wissen aber, dass sie jederzeit Lehrpersonen zu Hilfe holen können, in bestimmten Fällen gar müssen. Nun geht die Zeit der Friedensvermittlung für diese PM zu Ende. Liebe PM, wir danken Euch herzlich für Euren Einsatz und hoffen, dass Ihr auch im nächsten Schuljahr nicht vergesst, was Ihr in diesem Jahr gelernt habt.
Nach den Sommerferien werden wir neue PM ausbilden. Ab der 4. Klasse können sich alle an dieser Aufgabe interessierten Kinder bei der Klassenlehrkraft melden. Die Eltern müssen damit einverstanden sein. Jede Klasse wählt zwei PM. Diese erhalten dann eine ein einhalbtägige Ausbildung und nehmen an den während der Schulzeit stattfindenden Treffen teil.
Wir hoffen, dass unsere Schule mit diesem Projekt auf gutem Weg ist und damit etwas zum friedlichen Umgang miteinander beitragen kann.
D. Wehrli und M. Meier

Peacemaker - Friedensstifter - Projektwoche 13. Juni 2005
Über 350 Kinder, vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse, versammelten sich am Montag, 13. Juni 2005 im Mehrzwecksaal, um gemeinsam in die Projektwoche zu starten. Besonderen Anklang bei den Schülern fand ein einführendes Theater, bei dem die Lehrerschaft Streitszenen vom Pausenplatz zum Besten gab.
Nach dem Singen unserer Friedenslieder verteilten sich die Kinder auf die fünf Ateliers.
Arbeit in verschiedenen Ateliers
| Boys& Girls | Coole Pause | Fairplay | Grenzen | Cool streiten |
Boys & Girls
Hier wurde der ewige Kampf der Geschlechter thematisiert. In reinen Buben- und Mädchenrunden diskutierten die Kinder offener und ohne sonst übliche Showeinlagen. Erstaunlich, mit welchen Ausdrücken sich schon die Kleinsten bewerfen. Darunter war das häufig genannte Arschloch einer der harmlosesten.
Coole Pause
Streit und Gewalt können entstehen, wenn Langeweile aufkommt. Wir zeigten den Kindern altbekannte, manchmal vergessene Spiele und stellten auf dem Pausenplatz gemeinsam Hüpfspiele her. Besonderen Anklang finden zur Zeit die selbsterstellten Sammelkärtchen.
Fairplay
Nachdem die wichtigsten Fairplay-Regeln erarbeitet waren, wurden diese bei einem Postenlauf sowie in Mannschafts- und Laufspielen in die Praxis umgesetzt. Zum Abschluss erhielt jedes Kind einen Fairplay-Ausweis, der es noch eine Weile im Schulalltag begleitet.
Grenzen
Grenzen zu setzen ist das eine; eigene und fremde Grenzen zu erkennen und anzunehmen das andere. Gefühle spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie wurden in Pantomimen und Tanz auch körperlich zum Ausdruck gebracht. Im total verdunkelten Schulhauskeller, dem unsichtbaren Pausenplatz, konnten die Kinder ihre eigenen Stärken und Ängste erspüren.
Cool streiten
Als Arbeitsmaterial diente uns das Gewaltthermometer (s. Foto). Was kann man machen, bevor unsere Gefühle auf 100 sind?
Geeignete Bilderbücher bildeten die Basis für die kleineren Schüler. Mit den grösseren diskutierten wir die Bedeutung aktueller Schimpfwörter.
Ein wichtiger Schwerpunkt neben den Ateliers war die Ausbildung von 21 Kindern zum diplomierten Peacemaker. Diese werden auch nach der Projektwoche weiter professionell vom NCBI (National Coalition Building Institute) begleitet. Am Freitag Nachmittag beendeten wir die Woche wieder gemeinsam. Nachdem die Theater-Streitszenen vom Montag friedlich aufgelöst waren, liessen wir 20 Friedenstauben steigen.
Wir hoffen, dass die Woche nachhaltige Wirkung zeigt. Die Fahnen rund um den Pausenplatz werden uns noch länger daran erinnern.